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14. Oktober 2026/2 minKIAutomation

Vibe Coding Teil 5: Mein Kartenspiel-MVP läuft, und ich wusste nicht, was als Nächstes dran ist

Teil fünf von "ich vibecode mein eigenes Online Trading Card Game", und mein erstes echtes Problem war kein Bug, sondern die Reihenfolge.

Der MVP mit den Grundfunktionen steht. Danach saß ich da und hab gemerkt, dass ich überhaupt nicht weiß, was jetzt dran ist. Serverstruktur? Backend? Matchmaking? Ich bin kein Game Developer, mir fehlt also komplett das Gefühl dafür, was an welcher Stelle wirklich Sinn macht.

Entschieden hab ich mich dann für die Welt zuerst. Also erst die Fantasy-Welt und Story rund um das Spiel ausbauen, danach Backend, Frontend, Server und die ganzen Features. Der Grund ist unromantischer als er klingt: Klassen, Karten, Kostenkurven, SFX und am Ende auch das Interface hängen alle am Inhalt und am Ton der Welt. Steht der nicht, baue ich Systeme für Dinge, die ich noch gar nicht kenne, und reiße sie drei Wochen später wieder auf.

Für euch dürfte der Teil danach interessanter sein. Ich hab Codex meine Vorstellung der einzelnen Klassen so genau beschrieben, wie ich sie im Kopf hatte, und ihn erste Kartenentwürfe dazu entwickeln lassen. Das Modell war in Minuten durch. Die eigentliche Arbeit lag bei mir, nämlich zu wissen, was ich überhaupt will.

Meine Fantasy-Welt habe ich "Bruchlande" getauft, das Spiel "Awoken Legends", da es sich um alte Legenden dieser Welt drehen soll. Der Design-Stil soll ein Mix sein, ein Stück karikativ-lustig wie bei Hearthstone, wo ja auch die halbe WoW-Besetzung liebevoll durch den Kakao gezogen wird, gleichzeitig aber düster und ernst zu nehmen, ähnlich wie Magic. Beim Packaging wollte ich bewusst keine Buchbände, die man aufklappt. Ich wollte diese metallisch schimmernden Plastikhüllen, die meine Generation früher beim Bäcker als Pokémon-Booster gekauft haben. Hab ich bis ins Detail beschrieben.. und saß danach trotzdem eine Stunde im Hin und Her, bis es wirklich das war, was ich meinte. Das Ergebnis seht ihr als Bild im Anhang.

Und deshalb halte ich dieses „KI nimmt dir die Arbeit ab" für falsch gemessen. Das Ausführen kostet kaum noch Zeit, das stimmt. Teuer sind die Entscheidung und die Präzision in der Beschreibung, und beides kann dir kein Modell abnehmen, weil es deinen Geschmack nicht kennt. Wer nicht weiß, wie sein Ergebnis aussehen soll, bekommt irgendwas zurück. Das ist dann der Slop, über den sich hinterher alle beschweren. Am Ende lege ich alle die im Prozess entstandenden "Guardlines" dann in eine .md, damit Codex meinen Stil auch 1:1 beibehält.

Wie geht ihr an eure Projekte ran bzw. an Projekte, die komplexer sind und wo es viel um Vibecoding geht? Schreibts gerne mal in die Kommentare.

LG Chris