Ich merke das aktuell extrem beim Bau meines eigenen Online-Browsergames, ein eigenes Format, welches ich auf Social Media dokumentiere. Sobald KI im Prozess auftaucht, geht bei manchen direkt die Schublade auf: generisch, billig, seelenlos, Slop.
Und ganz ehrlich? Ich versteh den Reflex sogar.
Wir haben in den letzten Jahren so viel KI-Müll gesehen, dass man irgendwann allergisch wird. Diese überglatten Bilder. Diese LinkedIn-Posts, die klingen als hätte jemand fünf Motivationskalender in einen Mixer geworfen. Diese Tools, bei denen das Hauptfeature eigentlich nur ist, dass irgendwo „powered by KI“ draufsteht.
Aber habt ihr euch mal gefragt, ab wann etwas wirklich AI Slop ist?
Für mich beginnt Slop nicht in dem Moment, in dem Claude Code, Codex CLI oder ein Bildmodell beteiligt ist. Slop beginnt da, wo niemand mehr entscheidet. Wo der erste Output genommen wird, weil er halt schon irgendwie brauchbar aussieht. Wo kein Geschmack, keine Haltung und kein echtes Ziel mehr dahintersteht.
Ich baue seit über 10 Jahren Websites und Online-Marketing-Strategien für KMU. Und soll ich euch mal was verraten? Es gab schon lange vor ChatGPT unfassbar viel generischen Kram. Austauschbare Websites. Stockfotos mit Menschen, die zu glücklich auf Laptops starren. Texte, bei denen man nach drei Sätzen vergessen hat, um welches Unternehmen es eigentlich ging.
KI hat das Problem nicht erfunden. KI hat nur die Produktionsgeschwindigkeit komplett eskaliert.
Bei meinem Browsergame ist deshalb gerade die spannendste Frage: Schaffe ich es, KI als Werkzeug zu nutzen, ohne dass sich das Ergebnis wie KI-Massenware anfühlt?
Das entscheidet sich für mich an ziemlich unbequemen Stellen. Ist die Spielidee eigenständig genug? Fühlt sich eine Mechanik gut an oder nur „funktional“? Würde ich diesen Charakter auch mögen, wenn ich nicht wüsste, wie schnell er entstanden ist? Kann ich erklären, warum etwas so aussieht, oder ist es einfach nur der hübscheste Vorschlag aus dem Modell?
Wenn ich darauf keine Antwort habe, ist es noch nicht fertig. So simpel und so nervig ist das.
Ich glaube, genau da liegt auch die Lösung für alle, die KI im Business nutzen wollen. Nicht mehr Tools sammeln. Nicht jeden Hype mitnehmen. Nicht blind Output veröffentlichen, nur weil er sauber formuliert ist.
Nehmt KI als Sparringspartner, Beschleuniger, zweiten Kopf. Aber lasst sie nicht eure Urteilskraft ersetzen. Sonst bekommt ihr zwar mehr Content, mehr Designs, mehr Ideen und mehr Code, aber am Ende fühlt sich alles an wie aus derselben Maschine gefallen.
LG und einen schönen Mittwoch Chris
